Tina Gartmann-Albin, Präsidentin

Infoblatt 2013

Chur, im Mai 2013

 

An einem edlen Pferd schätzt man nicht seine ?Kraft, sondern seinen Charakter. (Konfuzius)

 

Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde, meine Damen und Herren

Der langersehnte Frühling hält nun endlich Einzug und die Natur erwacht wieder mit all ihrer Schönheit und Kraft, an welcher sich Mensch und Tier erfreuen können.

Auch in diesem Jahr wird uns die Arbeit nicht ausgehen und wir werden uns mit voller Kraft für den Tierschutz und das Tierwohl einsetzen.

Vor kurzem wurde uns eine grössere Spende für eine Antipelz-Aktion des Glarner Tierschutzvereins in Aussicht gestellt. Je nach Umfang des Betrages würde es uns dieses Geld ermöglichen, nochmals in den Tourismusregionen unseres Kantons unsere Antipelz-Plakate zu starten. Die Kampagne fand in unserem Kanton hohen Anklang und die Rückmeldungen waren stets positiv.

Der Vorstand des Graubündner Tierschutzvereins hat sich wiederum zu einigen Sitzungen getroffen und Projekte und Tierschutzfälle behandelt. Ein zentrales Thema ist für uns auch die Tierhaltung.

 

Der Tierschutz und die Tierhaltung verlangt in erster Linie nach eigenverantwortlichen Menschen, und erst danach nach dem Staat.

 

Die Tierhaltungen vergrösserten sich stark im Vergleich zu Gotthelfs Zeiten. Viele technische Einrichtungen bis hin zum Melkroboter und Fütterungscomputer hielten Einzug in diversen Betrieben. Erfreulich ist, dass tierfreundliche Haltungsformen wie Freilaufstall, Auslauf und Weidegang inzwischen recht verbreitet und keine Ausnahmen mehr sind. Leider müssen wir aber auch negative Beispiele erleben. Noch immer leben in der Schweiz Millionen von Nutztieren in beengten Ställen ohne Auslauf ins Freie.

Karge Buchten zur Mast von Munis und Schweinen, ohne Stroh zum Liegen und ohne Auslauf ins Freie, sind leider noch immer legal.

Die Bestrebungen für mehr Tierwohl im Inland werden durch die Agrar-Politik mit der Öffnung von Grenzen für immer mehr Nahrungsmittel aus bei uns verbotenen Produktionsbedingungen und Massentierhaltungen stark unter Druck gesetzt. Der Handlungsbedarf in Sachen Tierwohl und Tierhaltung ist auch heute noch gegeben!

Das effizienteste Mittel zur Verbesserung des Tierwohls in der Landwirtschaft ist die Kombination zwischen marktwirtschaftlichen und staatlichen Massnahmen. Nämlich das Schaffen von Konsumentennachfrage nach Labelprodukten sowie der Förderung tierfreundlicher Haltungsformen mittels spezifischen Direktzahlungen.

Den Tierschutz kann man zwar verordnen, jedoch muss er von den Bauern sowie den Konsumenten tagtäglich motiviert gelebt werden. Nur dies hilft, die Vorschriften in der Realität zugunsten der Tiere wirksam werden zu lassen.

Es geht hier nicht um den Verzicht, sondern um einen vertretbaren Konsum.

Achten wir darauf, dass wir Lebensmittel wie Eier, Milchprodukte oder Fleisch von Betrieben einkaufen, welche einen tierschutzfreundlichen und schonenden Umgang mit den ihnen anvertrauten Lebewesen gewähren können. Dabei gilt es, wirtschaftliche Gegebenheiten nicht aus den Augen zu verlieren. Zum einen müssen auch die tierfreundlichsten Bauern von ihren Tieren leben, zum andern müssen die Lebensmittel auch bezahlbar sein.

In diesem Sinne: Schauen wir nicht weg, wenn wir schlechte Haltebedingungen oder gar Misshandlungen von Tieren erleben. Geben wir diesen Tieren unsere Stimme!

 

Mit den besten Wünschen für Mensch und Tier verbleibe ich mit freundlichen Grüssen

 

Graubündner Tierschutzverein

Tina Gartmann-Albin, Präsidentin

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