Petition zur Jagdschutzverordnung

2. August 2011

Schweizer Tierschutz STS lanciert Petition zur Jagdschutzverordnung

Der vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) erarbeitete Entwurf zur Revision der Jagdschutzverordnung (JSV) ist aus tierschützerischer Sicht eine reine Enttäuschung. Der Entwurf berücksichtigt einseitig die Interessen der Jägerkreise und seine Umsetzung würde tierschützerische Verbesserungen bei der Jagd auf Jahre hinaus verhindern. Mit einer Petition zuhanden von Bundesrätin Doris Leuthard will der Schweizer Tierschutz STS jetzt Nachbesserungen durchsetzen. Die Unterschriftensammlung ist angelaufen.

 

Der vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) ausgearbeitete Entwurf für die Revision der Verordnung über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel (JSV) beruht aus Sicht des STS auf einem veralteten Naturverständnis. Er teilt Tiere aus einer rein jagdlichen und landwirtschaftlichen Optik in „nützliche“ und „schädliche“ Arten ein. Die Umsetzung des Entwurfs würde den aus tierschützerischer Sicht problematischen Status quo zementieren und ein ökologisch sinnvolles und tierethisch vertretbares Management der jagdbaren Tierarten auf Jahre hinaus verhindern.

 

Minimale Schonzeit für alle Tiere

Der STS fordert nun mit einer Petition zuhanden von Bundesrätin Doris Leuthard deutliche Nachbesserungen. Neben der Aufnahme eines allgemeinen Tierschutzartikels in die JSV fordert die Petition, dass für alle Wildtiere eine minimale Schonzeit während der Jungenaufzucht eingeführt wird. Diese soll auch für Neozoen wie Waschbär und Marderhund gelten. Keinerlei Verständnis hat der STS für das Ansinnen des BAFU, den Kantonen das Recht zum Abschuss von Grossraubtieren wie dem Wolf zu erteilen, nur weil er seiner Natur entsprechend Tiere reisst, die den Jägern als Beute entgehen.

Eine weitere Kernforderung der STS-Petition betrifft die Baujagd. Diese tierquälerische Jagdform, die gemäss Umfragen von über 70 Prozent der Schweizer Bevölkerung abgelehnt wird, soll bundesweit verboten werden. Zur Schonung der Wildtiere im Wald soll auch die Bewegungsjagd begrenzt und stattdessen die schonendere Ansitzjagd gefördert werden.

 

Die Jäger in die Pflicht nehmen

Auch die Jäger will der STS mit seiner Petition stärker in die Verantwortung nehmen. So soll als Voraussetzung für die Erteilung einer Jagderlaubnis eine jährliche Schiesspflicht eingeführt werden. Auch die maximalen Schussdistanzen (Kugel: 150 m, Schrot: 30 m) sollen bundesweit geregelt werden. Für Fehlschüsse und Nachsuchen fordert der STS eine Meldepflicht, ausserdem soll eine öffentlich einsehbare Jagdstatistik geführt werden.

Die Unterschriftensammlung für die STS-Petition ist jetzt angelaufen unter:

www.tierschutz.com/jagdpetition/

 

Für Rückfragen:

Sara Wehrli, Fachstelle Wildtiere STS, Tel. 076 345 14 48, sara.wehrli@tierschutz.com

Heinz Lienhard, Präsident STS, Tel. 061 365 99 99.

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